11. Juli 2014

 

Bergfriedhof Heidelberg

 

Mein Kater Lucky war gestern gestorben. Daher war ich heute in einer ziemlich traurigen und melancholischen Stimmung, und so beschloss ich, dass dies der perfekte Ort für einen Ausflug wäre. 

Der Bergfriedhof wurde im Jahr 1842 vom Landschaftsgärtner Johann Metzger angelegt. Er fügte ihn nahtlos in die Umgebung ein, so dass der Friedhof mehr nach einem Park aussah. Aufgrund seines Alters liegt der Bergfriedhof heute im Schatten alter Bäume, was ihm eine ruhige und friedliche Aura verleiht. 

 

Der Friedhof wurde im Jahr 1844 eröffnet und wird auch heute noch genutzt. 

Viele berühmte Leute sind auf dem Bergfriedhof begraben. Um nur einige zu nennen: der Reichspräsident Friedrich Ebert, die Chemiker Robert Bunsen und Carl Bosch, die Dichterin Hilde Domin, und viele mehr. 

 

Das Krematorium überblickt einen Teil des Friedhofs.

Naturgemäß sind hier nicht viele Menschen unterwegs, daher sind die Wege meist leer. 

Nahe des Eingangs befindet sich dieses beeindruckende Grabgewölbe.

Die meisten Gräber sind sehr alt - die Großzahl Familiengräber. Der Sandstein, der benutzt wurde, stammt aus der Region.


Diese erstaunlich detaillierte Grabszene ist neben einer alten Steinmauer zu finden.

Für eine Familie scheint das das Tor zur Unterwelt zu sein.

An einigen Grabsteinen findet man Inschriften, die offensichtlich den Hinterbliebenen Trost und Hoffnung geben sollen.

Das hier ist wahrscheinlich das Grab eines sogenannten Schmetterlingskindes. Das ist ein Kind, das tot oder viel zu früh zur Welt kam.

Das Grab des früheren Reichspräsidenten Friedrich Ebert.

Zwischen den Gräbern sind einige, die man nur noch schwer als solche erkennen kann.

Viele der Grabsteine sind mit aufwändigen Schnitzereien und Ornamenten geschmückt. 

 

Diese wunderschöne Marmorsäule steht neben einem der Wege.

Diese Verzierungen fand ich an einem Sarkophag.

Andere an verschiedenen Grabsteinen.

Rosen scheinen die bevorzugte Wahl zu sein, wenn es darum geht, einen Grabstein zu verzieren. Und so war es auch nur passend, dass ich eine verwelkte Rose in einem kleinen Bassin fand - und eine frische Rose, die ein Grab schmückte. 

Eine Vielzahl der Grabsteine sind mit Wappen geschmückt.

Überall auf dem Friedhofsgelände findet man Statuen - entweder aus Marmor oder Sandstein - und jede einzelne von ihnen ist wunderschön.

Sollte man vom Laufen müde sein, findet man entlang des Weges Sitzgelegenheiten.

Ein Teil des Bergfriedhofs wird vom Jüdischen Friedhof und einer kleinen Synagoge genutzt.

 

Ich wunderte mich über die vielen kleinen Steine, die auf den Grabsteinen lagen, und fand diese Erklärung:

 

"Der Brauch, einen Stein ans Grab zu legen stammt demnach aus der antiken Bestattungskultur der nahöstlichen Grabhöhlen, für deren Existenz uns schon die Tora das Beispiel der Machpela – Höhle bei Hebron gibt, die Abraham für seine Familie erwirbt. Sie ist keineswegs auf das Judentum beschränkt, so wie sich der Brauch kleine Steine auf das Grab zu legen auch in manchen katholischen Gebieten Italiens erhalten hat. Auch das Christentum überliefert z.B. im Evangelium Markus 16 den Golel.

Es ist zunächst die praktische Funktion des Dofèk, der als eine Art Riegel oder Sperre das unbeabsichtigte Wegrollen oder Verrutschen des meist runden Golèl verhindern soll, zugleich ist es aber im Wortsinn auch ein „Anklopfen“ (des Steinchens an den Grabstein) und deshalb auch ohne die frühere praktische Funktion als „Gruß“ an den Toten zu verstehen."

Erstaunlicherweise sah ich einen anderen Grabstein, auf dem Muscheln abgelegt waren. Vielleicht eine Variation der jüdischen Tradition.

Natürlich gibt es - aufgrund der Natur dieses Ortes - viele Kreuze - einige mit wunderschön geschnitzten Ornamenten.

Das Gleiche gilt für Urnen - egal, ob sie aus Sandstein, Marmor oder Metall gearbeitet wurden.

Es gibt auch Monumente, die bestimmten Anlässen zugeordnet sind. 

 

Eines ist der Obelisk, den die AIDS-Hilfe Heidelberg aufgestellt hat. Die Namen auf den Steinen gehören zu Menschen, die an AIDS starben. 

Das andere ist ein Kriegerdenkmal.

Faszinierenderweise sind hier sogar die Wasserstellen, an denen man die Gießkannen füllen kann, mit wundervoll geschnitztem Sandstein geschmückt. Diese Wasserstelle trägt den Namen Rosenbrunnen.

Auf vielen Gräbern findet man kleine Engelsfiguren, Erinnerungsstücke oder Laternen.

Und wieder einmal habe ich einige der Bilder in Schwarz/Weiß verwandelt. Und wieder einmal liebe ich den Unterschied, den diese Verwandlung für die Stimmung eines Bildes bedeuten kann.